Irland kennt kein Betretungsrecht. Die Outdoor-Strategie der Regierung sagt es in einem Satz: Weil es kein gesetzliches Zugangsrecht zu Privatland gibt, hängt der Zugang vom Wohlwollen der Grundeigentümer ab. Wildcampen ist hier also kein Recht, das du ausübst. Es ist eine Erlaubnis, die du einholst, oder eine Staatsfläche, deren Verwalter eine eigene Regel veröffentlicht hat. Auf gov.ie geprüft am 24. August 2026.
Diese veröffentlichten Regeln sind der brauchbare Teil, denn nur dort kannst du die Antwort lesen statt raten. Und sie widersprechen sich, was du vor der Routenplanung wissen solltest.
Wicklow veröffentlicht einen Standard, und der taugt überall
Der Wicklow Mountains National Park erlaubt wilderness camping, wenn du auf einer mehrtägigen Wandertour bist und seinen Wild Camping Code einhältst. Mindestens 500 m von einer für Fahrzeuge befahrbaren Straße und mindestens 500 m von einem Gebäude entfernt zelten. Das Zelt nach jeder zweiten Nacht versetzen. Kein Lagerfeuer. Seife und Zahnpasta mindestens 50 m von jedem Gewässer weg. Essensreste und Abfall vollständig mitnehmen, Anwohner und Wildtiere nicht stören. In Glendalough ist Zelten in jeder Form verboten, und serviced camping oder Caravan-Plätze hat der Park überhaupt nicht. Ranger dürfen dich an Ort und Stelle zum Abbau auffordern.
Nimm das als Vorlage. Hoch, zu Fuß, außer Sichtweite von Straße und Haus, eine oder zwei Nächte, kein Feuer, nichts liegen lassen. Genau dieses Lager trägt ein Grundeigentümer anderswo in Irland am ehesten mit, auch wenn es dort niemand aufgeschrieben hat.
Killarney sagt nein, und meint die Parkplätze mit
Der Killarney National Park ist eindeutig: Camping ist im Park nicht gestattet. Bei Muckross sind Übernachten und Zelten nicht gestattet, die Zufahrt ist von 8:00 bis 21:00 Uhr offen. Ross Castle hat zwei Parkplätze rund um die Uhr, und Übernachten ist trotzdem nicht gestattet. Auf nationalparks.ie geprüft am 24. August 2026. Dass ein Nationalpark das Zelt eines Wanderers duldet, sagt über den nächsten also gar nichts.
Coillte-Wälder: eine kurze Liste, keine Freigabe
Coillte verwaltet einen großen Teil des irischen Waldes und beantwortet die Frage mit ja, aber nur an ausgewählten, begrenzten Orten. Das heißt: zwei Caravan- und Campingplätze in den Forest Parks Lough Key und Curragh Chase, dazu fünf ausgewiesene Stellen fürs wild camping, gedacht für Fernwanderer, die auf einer mehrtägigen Tour eine Nacht bleiben. Pfadfinder- und Jugendgruppen holen eine Bewilligung. Alles andere im Coillte-Wald ist kein Ort, an dem sie dich zelten sehen wollen.
Wenn du dein Bett fährst
Die Nationalparks sind nachts zu, also lautet die eigentliche Frage, welcher Kommune der Parkplatz gehört. Das Grundsatzpapier des Cork County Council hält die Position von Fáilte Ireland fest, wonach die Entwicklung von Stellplätzen Sache der Kommunen ist, und die Kommunen sehen es unterschiedlich. Kerrys Strandverordnung verbietet es, Wohnwagen, Wohnmobil, Zelt oder eine andere temporäre Unterkunft ohne Zustimmung des Council auf den gelisteten Stränden abzustellen. Galway verbietet Wohnmobilparken nicht, hat aber auf den meisten Parkplätzen Höhenschranken. Limerick betreibt bei einem öffentlichen Freizeitzentrum in Askeaton eine Servicestation nach Art einer aire. Cork selbst setzt zuerst auf kommerzielle Campingplätze und danach auf Angebote der Gemeinden.
Die praktische Antwort ist also unspektakulär. Buch Campingplätze für die Nächte, auf die es ankommt, ruf wegen des konkreten Parkplatzes beim Council an, und lies vor Ort das Schild an der Einfahrt. Das Schild und die aktuelle Auskunft des Council stehen über dieser Seite und über jeder anderen.
Es ist nicht Schottland
Der Unterschied lohnt sich im Kopf, wenn du zwischen beiden wechselst. Schottlands Outdoor Access Code gewährt ein gesetzliches Recht, auf den meisten uneingezäunten Flächen zu zelten, unter Bedingungen. Irland hat dazu nichts Vergleichbares, dasselbe Zelt an derselben Stelle ist beiderseits der See rechtlich etwas anderes. Wie sich die übrigen Rechtsrahmen vergleichen, steht im Themen-Hub zu den Regeln fürs Wildcampen, und Wales antwortet wieder anders.
Sources
- Embracing Ireland's Outdoors, National Outdoor Recreation Strategy 2023-2027, Regierung von Irland
- Things to do, Wicklow Mountains National Park, National Parks and Wildlife Service
- Killarney National Park, National Parks and Wildlife Service
- Can we camp in Coillte forests?, Coillte
- The Development of Motorhome Services in County Cork, Grundsatzpapier des Cork County Council, beschlossen am 22. Januar 2018
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