Ein Wohnmobilstellplatz ist ein Platz, den eine Gemeinde oder ein Betreiber dafür ausweist, dass du dort mit dem Wohnmobil parkst und übernachtest. Mehr verspricht das Wort nicht. Er ist kein Campingplatz, und aus diesem einen Unterschied folgen fast alle Regeln, die dir dort begegnen. Alle Preise und Regeln unten stammen von den Seiten der Städte selbst, geprüft am 7. Oktober 2026.
Wer Stellplätze betreibt
Meist die Stadt oder Gemeinde selbst, oft auf einem Parkplatz am Freibad, an der Therme oder am Fluss. Dazu kommen Weingüter, Gasthöfe und private Betreiber. Die Regeln macht in jedem Fall der Betreiber, und sie hängen auf einer Tafel an der Einfahrt.
Stellplatz, Aire, Campingplatz: der Unterschied
Eine französische Aire (französischer Stellplatz) hat fast immer eine Borne, also eine Servicestation für Wasser und Abwasser, weil das zur Idee gehört. Ein deutscher Stellplatz verspricht weniger. Manche haben Ver- und Entsorgung und Strom an jeder Parzelle, viele sind ein paar markierte Flächen auf Schotter mit einem Schild. Toiletten sind die Ausnahme, rechne also mit deiner eigenen.
Ein Campingplatz hat Rezeption, Duschen und Platz zum Ausbreiten. Ein Stellplatz nicht, und die Städte schreiben das so hin. Die Satzung von Tirschenreuth sagt: “Der Wohnmobilstellplatz ist kein Campingplatz”, und untersagt Vorzelte, offenes Feuer, Wäscheleinen sowie Waschen und Duschen im Freien. Berching verbietet in seiner Stellplatzordnung “campingähnliches Verhalten”, Generatoren und Grillen.
Für dich heißt das: parken, schlafen, alles im Fahrzeug lassen. Wer eine Woche mit Markise und Campingstühlen stehen will, ist auf dem Campingplatz richtig.
Was ein Stellplatz kostet
Das typische Muster: Stehen kostenlos, Ver- und Entsorgung kostenpflichtig. Balingen nimmt für seine 7 Stellplätze am Freibad nichts, Strom kostet 0,50 Euro pro kWh, Wasser 0,10 Euro pro 10 Liter am Münzautomaten, das Abwasser entsorgst du kostenlos.
Andere Orte verlangen eine Gebühr pro Nacht:
- Berching: 7 Euro für einen Tag, 14 für zwei, 18 für drei, am Kassenautomat. Trinkwasser 1 Euro, Strom 1 Euro pro kWh.
- Rastatt: 8 Euro pro Nacht von April bis Oktober, 5 Euro von November bis März, plus 15 Prozent Betreibergebühr. Maximal drei Nächte, kein Strom, kein Frischwasser, keine Entsorgung vor Ort.
- Überlingen am Bodensee: 18 Euro pro Wohnmobil und 24 Stunden, maximal drei Tage, Fahrzeuge bis 8 Meter.
Nimm Ein- und Zwei-Euro-Münzen mit, egal was die Nacht kostet: Die Automaten an Wasser- und Stromsäulen wollen meistens Münzen.
Die Kurtaxe
In Kur- und Erholungsorten kommt oft die Kurtaxe dazu, pro Person und Tag. Hausach im Kinzigtal nimmt 10 Euro pro Nacht und Fahrzeug plus 2 Euro Kurtaxe pro Person und Aufenthaltstag, Kinder unter 16 frei. Dafür gibt es die KONUS-Gästekarte, mit der du Bus und Bahn im Schwarzwald nutzt. In Überlingen steckt die Kurtaxe schon in den 18 Euro, und Bad Säckingen verlangt 13 Euro pro 24 Stunden inklusive Strom und KONUS-Gästekarte. Zu zweit rechnest du also pro Kopf, nicht nur pro Fahrzeug.
Ver- und Entsorgung
Frischwasser rein, Grau- und Schwarzwasser raus. Nicht jeder Stellplatz hat das, und Rastatt zeigt, dass auch ein bezahlter Platz gar nichts haben kann. Plan die Entsorgung getrennt vom Übernachtungsplatz: Die Entsorgungsstation-Suche zeigt dir, wo du deine Tanks leeren kannst.
Was auf der Tafel steht
Die Tafel an der Einfahrt ist die Platzordnung. Darauf achten:
- nur Wohnmobile: Pkw, Wohnwagen und Zelte sind in Berching und Tirschenreuth ausgeschlossen.
- autark: Berching lässt nur Wohnmobile mit eigenem WC und Schmutzwassertank auf den Platz.
- Höchstnutzungsdauer oder maximal drei Nächte: die maximale Standzeit. Tirschenreuth erlaubt fünf Tage, Rastatt drei Nächte.
- Parkschein: am Automaten ziehen und gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe legen. Berching kündigt Kontrollen an.
- Nachtruhe 22 bis 6 Uhr: Ruhezeit.
Und außerhalb vom Stellplatz?
Ein Parkplatz ist kein Stellplatz. Wo das Übernachten im Fahrzeug auf der Straße aufhört, Parken zu sein, regeln das Straßenrecht des jeweiligen Landes und die Gemeinde. Was dazu gesichert ist, steht auf der Deutschland-Seite. Eine Bundesregel greift direkt: § 12 Abs. 3a StVO verbietet Fahrzeugen über 7,5 t das regelmäßige Parken von 22 bis 6 Uhr innerorts in Wohngebieten, Kurgebieten und Klinikgebieten. Die meisten Wohnmobile liegen weit darunter, aber nicht alle.
Am einfachsten ist die Nacht auf einem ausgewiesenen Platz. Schau dir die Stellplätze in Bayern an oder stöber im Aires- und Stellplatz-Bereich. Und egal, was du planst: Das Schild vor Ort und die aktuelle Auskunft der Gemeinde gehen jeder Website vor, auch dieser.
Sources
- Stellplatzordnung Wohnmobilstellplatz der Stadt Berching, 06.05.2024
- Wohnmobilstellplatzbenutzungssatzung (WBS), Stadt Tirschenreuth, 25.05.2022
- Wohnmobilstellplätze, Stadt Balingen
- Städtische Wohnmobilstellplätze, Tourismus Rastatt
- Wohnmobilstellplatz, Stadt Hausach
- Reisemobilhafen Überlingen, Überlingen am Bodensee
- Wohnmobilstellplatz Am Rheinufer, Stadt Bad Säckingen
- § 12 Halten und Parken, Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)
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